„Stark auch ohne Muckis“

Konzept „Stark auch ohne Muckis“ stärkt Kinder an der Grundschule Bestenheid

Selbstbewusst auftreten, Konflikte gewaltfrei lösen und die eigenen Gefühle ernst nehmen – genau hier setzt das bewährte Trainingskonzept „Stark auch ohne Muckis“ an, das seit mehreren Jahren fester Bestandteil des Sozialcurriculums an der Grundschule Bestenheid ist. Finanziert wurde das Projekt durch eine Förderung des AkS – Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention im Main-Tauber-Kreis, der damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung sozialer Kompetenzen bei Kindern leistet.

An der Grundschule Bestenheid wird das Projekt „Stark auch ohne Muckis“ von Monika Siebert aus Wittighausen umgesetzt, die sich hier als sehr kompetente und engagierte Trainerin etabliert hat. Seit nunmehr drei Jahren nehmen alle Klassen einmalig an dem Training teil; anschließend wird es jährlich für die neuen ersten Klassen sowie Quereinsteiger angeboten. Pro Schulklasse umfasst das Programm vier Tage mit jeweils zwei Stunden Training, begleitet von den Klassenlehrerinnen.

Im Mittelpunkt von „Stark auch ohne Muckis“ steht die Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenz. Die Kinder lernen, selbstsicher aufzutreten, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu vertreten sowie Konflikte ohne Gewalt zu lösen. In praxisnahen Übungen und Rollenspielen trainieren sie Strategien für alltägliche Konfliktsituationen – etwa beim Umgang mit Beleidigungen, Provokationen oder beim Wegnehmen von Gegenständen. Auch das richtige Holen von Hilfe, das Achten auf die eigenen Gefühle sowie das deutliche Nein-Sagen im Sinne der Prävention sexualisierter Gewalt sind feste Bestandteile des Trainings.

Besonders einprägsam arbeitet das Konzept mit drei Tieren, die unterschiedliche Verhaltensweisen symbolisieren: Der Löwe steht für ruhiges, selbstbewusstes Verhalten, die Mücke für provozierendes und ärgerndes Auftreten und das Schaf für meckerndes, beleidigtes Reagieren. Diese Bilder helfen den Kindern, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und bewusst zu verändern.

Ein zentraler Baustein des Projekts ist die Einbindung der Eltern. Die Trainingseinheiten in den Klassen werden durch einen Elternabend ergänzt, bei dem die Merksätze und Strategien vorgestellt werden. Ziel ist es, dass Eltern das Gelernte im Alltag aufgreifen und ihre Kinder dabei unterstützen, die Inhalte nachhaltig zu verankern.

Auch im Schulalltag lebt das Konzept weiter: Die Merksätze und Tierbilder werden im Klassenrat regelmäßig aufgegriffen. Zudem fließen die Inhalte in die Einzelfallarbeit der Schulsozialarbeit sowie in Sozialtrainingseinheiten ein.

Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Selbst Jahre nach dem Training gelingt es den Kindern, die Strategien anzuwenden und ihr Verhalten mithilfe der Tierbilder zu reflektieren. Damit zeigt sich: „Stark auch ohne Muckis“ ist mehr als ein kurzfristiges Projekt – es ist ein nachhaltiger Beitrag zu einem respektvollen und starken Miteinander an der Grundschule Bestenheid.